Betörende Düfte

Mit der Rebblüte erleben wir in diesen Tagen eines der entscheidenden Entwicklungsstadien im Weinberg. Gut 10 – 14 Tage früher, als das langjährige Mittel erwarten lassen würde, begannen die Einzelblüten des Gescheins die Käppchen abzuwerfen. Zuerst am 8. Juni im Stolzenberg und Kirchberg, in diesen Tagen auch auf dem „Dolling“. Optimales Blühwetter lässt das Ganze in drei Tagen „über die Bühne“ gehen. Zwar muss zum jetzigen Zeitpunkt ein massives Niederschlagsdefizit von 55% konstantiert werden, aber der Rebentwicklung kommt dies (noch) zupass. An windstillen Tagen erfüllt tatsächlich ein ganz zarter Blütenduft die Weinberge. Da die Rebe ein Selbstbefruchter und nicht auf Bestäuberinsekten angewiesen ist, hat man diese „Lockdüfte“ von wissenschaftlicher Seite immer etwas angezweifelt, aber wir „Arbeiter im Weinberg“ wissen es besser….

In voller Blüte

Man hat den Eindruck, es wird jedes Jahr früher mit den Prognosen für den Weinjahrgang. Winzer der Region werden bereits jetzt von den Lokalblättern „gelöchert“, in der Erwartung, das Stichwort „Spitzenjahrgang“ irgendwo zwischen den Zeilen erhaschen zu können. Einziger Fakt ist heute an Fronleichnam in Hatzenport: die Rebentwicklung ist, von pilzlichen Krankheiten witterungsbedingt bisher weitestgehend verschont, auf einem fortgeschrittenen Stand. Punkt.

Eingedenk der alten Bauernregel  „Vor Johanni (24. Juni) bitt´um Regen, nachher kommt er ungelegen“ hoffen wir in nächster Zeit auf den ein oder anderen Landregen, denn auch die wärmeliebende Rebe lässt mit zu wenig Wasser irgendwann „die Ohren hängen“.

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