Im Weinberg durch das Jahr (1) Rebschnitt

„Wenn der Bauer hinter´m Ofen pennt, der Winzer in den Wingert rennt“ Diese alte Bauernregel beschreibt sehr schön, dass der Winzer im Grunde das ganze Jahr unterwegs ist.

Rebe mit alten Fruchttrieben (vorher)

Mit dem Rebschnitt beginnt der neue Jahrgang. Durch das Zurückschneiden der Rebtriebe wird eine Balance zwischen vegetativer (Holz- und Laub-)produktion und generativer (Trauben-)leistung herzustellen versucht. Natürlich ist die letztendliche Qualität der Trauben von so vielen Faktoren beeinflusst, dass man auch dem Rebschnitt allein nicht alles „in die Schuhe schieben“ kann, aber mit einem am Standort und an der Rebsorte orientierten Schnitt ist die Richtung schonmal vorgegeben.

Fragt man zehn Winzer nach ihrer Lieblingsweinbergsarbeit, antworten 7-8 mit „Rebschnitt“. Im übrigen erhält man darüberhinaus auch mindestens zehn verschiedene, „einzig richtige“ Rebschnittempfehlungen!

Rebschnitt bei strahlendem Sonnenschein und Minusgraden

Auch die Traubenhüter lieben das Schneiden. Es ist zwar neben der Traubenlese die arbeitsintensivste Tätigkeit, aber man kann sie von November bis Ende März verteilen, sich sozusagen die schönsten Tage aussuchen. In der, trotz Frostluft, wärmenden Sonne zu stehen, intuitiv zu schneiden und zu meditieren, nachzusinnen über Gott und die Welt  –  das hat was! Die abgetrennten Triebe werden in 15 cm lange Stücke kleingeschnitten und dem Weinberg als Dauerhumus zurück gegeben. Unbedingt vermieden werden große Schnittwunden. Wenn es aber doch einmal unumgänglich wird, werden diese Eintrittspforten für allerlei Krankheitserreger mit Baumwachs verschlossen. Ausgefallene Reben werden mit buntem Band markiert, damit man die Fehlstellen im April bei Nachpflanzaktionen im Wingert schnell wiederfindet.

Freuen wir uns also auf ein gutes Weinjahr 2018 und „frisch an´s Werk!“

Zwei Hoffnungsträger für 2018! (nachher)

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