Metamorphose

Der letzte Lesetag liegt nun auch schon wieder zweieinhalb Monate zurück. Was macht eigentlich der `18er?

Spiegel-Kabinett

Na, er kriegt fast täglich Besuch vom Traubenhüter! Ganz gemächlich und unspektakulär verlief bei fast allen Mosten die Gärung. Wie im letzten Jahr setzte sie spontan ein und mittels Überimpfung (das Verteilen von einigen Litern gärendem Most auf nachfolgende Partien) haben wir den neuen Jahrgang „auf Trab“ gebracht.  Mit Hilfe  der Kühlung gelang bei den dafür vorgesehenen Weinen aus dem Kirchberg ein problemloser Stopp. Jetzt liegen alle auf der Hefe und ruhen sich aus. Natürlich gibt es auch einen „Ausreißer“  –  na, wer wohl?  –  eins von zwei Fudern „Bischofstein“. Das lässt sich einfach nicht beirren und gärt unverdrossen, aber sehr langsam vor sich hin.

So eine alkoholische Gärung hat schon etwas Mysteriöses, Geheimnisvolles. Im überschaubaren Maßstab des Traubenhüter-Pfarrhauskellers ist das sicherlich noch unmittelbarer spürbar, als in einer großen, mit zig-tausend-Liter-Tanks gespickten Riesenhalle. Um diesen Mythos zu bewahren, greifen wir nur ganz behutsam in die Abläufe ein und nehmen das an, was letztlich den abfüllbereiten Wein ausmacht.

Aus diesem respektvollen Blickwinkel betrachtet erschließt sich dann auch die anfangs vielleicht irritierende Überschrift: Metamorphose heißt Verwandlung. Die bekannteste und überwältigenste Metamorphose ist die von der Raupe zum Schmetterling  –  wer würde bestreiten, dass die Verwandlung von der Traube über den Most zum Wein dem mindestens ebenbürtig ist?

 

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