Und jetzt – das Wetter (3) Atemlos…

Dieser Blog – Eintrag ist ja schon lange überfällig, aber als Begründung für die lange Pause fällt mir nur der Gassenhauer von Helene Fischer ein:  seit Anfang Mai sind wir in puncto Weinbergsarbeit einfach nur atemlos! Und wer hätte gedacht, dass meine Vorahnung aus Wetterblog (1) bezüglich einem heißen 2018 sich so bewahrheiten würde?

Hobbymeteorologen, Winzern und Landwirten bleibt einfach die Spucke weg! Das liegt in erster Linie nicht an der (zumindest in Hatzenport) geringen Niederschlagsmenge, sondern an den atemberaubenden Wetterphänomenen, die ganz Deutschland im April, Mai, Juni beherrschten:  heiße, wochenlange Trockenheit im Nordosten der Republik;  unwetterträchtige Starkniederschläge im Süden, Westen und Südwesten Deutschlands mit regelmäßigen Regenfluten von 50 – 80 l/m² ; ja, selbst Hagelstürme mit verheerenden Schäden in der Südpfalz und Rheinhessen. Dazu Durchschnittstemperaturen jenseits von 20° C, die in früheren „Jahrhundertsommern“ außergewöhnlichen Augustmonaten vorbehalten waren.

Ein Wolken „Mount Everest“ !
Hat das Zeug zum kräftigen Gewitter.

 

Was soll man da sagen? Der Startschuss für diesen Klimamarathon in die Hitze erfolgte bereits vor 150 Jahren mit dem Beginn der Industrialisierung und dem ungezügelten Verbrennen in der Hauptsache von Öl und Kohle. Wir leben heute live in der Welt, die wir uns in unserer Schulzeit vor 40 Jahren nur diffus unter „Folgen des Treibhauseffekts“ vorzustellen versuchten. Es soll vereinzelt „Optimisten“(?) geben, die den Moselweinbau zu den Gewinnern dieser „bedauerlichen Entwicklung“ halten  –  vergesst es!

Nicht, dass ich mich derzeit nicht an der üppigen Natur in den Weinbergen und rundum freue  –  aber es sollte uns schon ein wenig ängstigen, zumindest nachdenklich stimmen, wenn wir konstantieren müssen, dass auch 2018 wieder auf dem besten Weg ist, eines der wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen zu werden. Ich persönlich für meinen Teil kann ja tatsächlich noch ein bißchen mit „früher“ vergleichen  –  mein erstes Lehrjahr war 1984, das so schweinekalt war, dass man noch Anfang November Trauben lesen ging, die man auch beim besten Willen nicht „ausgereift“ nennen konnte. In den Gazetten prangten die doofen Schlagzeilen: „Kommt eine neue Eiszeit?“

Ich kann das alles nicht ändern, aber es muss schon noch Menschen geben, die den Finger heben und fragen:“Sagt mal Leute, wo soll´s eigentlich noch hingehen?“

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