Und jetzt – das Wetter Die Reben lechz(t)en nach Wasser

Was derzeit wettermäßig draußen „abgeht“, lässt uns Traubenhüter erstmal sprach- und auch ratlos zurück. Besonders die Junibilanz konnten wir nur mit einem ungläubigen Kopfschütteln registrieren:  der wärmste Juni seit Menschen Wetterdaten messen (und das weltweit!)  – in Hatzenport sage und schreibe nur 20l Regen/m²  –  und das nach dem gewaltigen Defizit von 2018 und dem bereits in diesem Jahr schon aufgelaufenen Niederschlags“loch“ von gut und gern 150l/m² !! Das ist Klimawandel live und wir können sagen, wir sind dabei gewesen. Zum Staunen und Gruseln!

Erste Einwände gegen diese meine Klimawandelfeststellung habe ich auch schon geliefert bekommen  –  „Heiße Sommer hat es früher auch schon gegeben“  –  Das ist richtig, aber nehmen wir mal das berühmte 1976. Dieses wahrhaft wüstenhafte Jahr war aber mit Abstand das einzige Hitzejahr zwischen 1972 und 1990 – also in 18 Jahren! Was wir aber seit mindestens 2003 am laufenden Band serviert kriegen, sind jährliche Hitzerekorde. Leute – das ist nicht mehr normal!

Nun ist die Rebe ja eine erstaunliche Pflanze und zumal der Riesling. Wir setzen viel Vertrauen in ihn, können bei der Weinbergsarbeit aber mit ihm mitfühlen. In einigen Ecken mag unser „wildes Begrünungsexperiment“ das Rebenwachstum stark eingebremst haben, aber im Großen und Ganzen fehlt einfach überall Wasser! Meinen Plan, die natürliche Begrünung Anfang Juli „nach der Samenreife“ zu mähen, kann ich getrost nach hinten schieben. Wie versengt bedeckt das „Stroh“ von Trespe, Klettenlabkraut, Kerbel und Co. die Weinbergsböden. Ich könnte mir gar vorstellen, dass diese „Beschattung“ u.U. noch was Gutes hat.

Gefühlsmäßig haben wir übrigens schon Mitte/Ende August, so ausgedörrt und flirrend präsentieren sich das Moseltal und die Maifeldhöhen. Und noch immer kein Regen in Sicht!

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Obige Zeilen habe ich am 8. Juli verfasst. Am 12. Juli hat das Wetter dann aber richtig zugeschlagen: Regen hatten wir uns ja gewünscht – 80 l/m² sind auch echt nicht schlecht  –  aber doch nicht in 2 Stunden!!! Und dann noch der Dejà vu mit Hagel: zwar nicht so katastrophal, wie vor drei Jahren, aber für Schäden an Blättern, Trauben und Trieben (in noch ungewisser Höhe) hat´s gereicht.

Sven Plöger von „meteomedia“ war es eine Meldung im SWR Fernsehen wert, aber auf diese „Werbung“ hätten wir gerne verzichtet. Dieses weitere Extremwetterereignis macht uns Sorgen. Die Abstände werden immer kürzer, die Intensität immer heftiger. Was wohl noch kommen mag? Und ob wir das jetzt schon wirklich wissen wollen?

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