Was machen eigentlich die Ökos zur Zeit?

Diese Frage stellt man mir in den letzten Wochen von Kollegenseite immer mal wieder, teils spöttisch, teils ehrlich interessiert, weil wir Traubenhüter ja nun wirklich fast anachronistisch Weinbau betreiben:  zu zweit im Steilhang, fast alles von Hand mit ungeheurem Zeitaufwand und dann auch noch Öko!

Tatsache ist, dass wir mit dem ungestümen Wachstum der Reben ganz schön gefordert waren. Erst in den letzten drei Wochen haben wir nach und nach unsere Weinberge gegipfelt. Das zeitlich ausgedehnte Längenwachstum hat die Trauben sehr lockerbeerig gelassen und wir versprechen uns davon eine geringere Abquetschungs- und damit Fäulnisgefahr, falls doch noch größere Niederschläge zur Reifephase hin auftreten sollten. Mittlerweile hat die sengende Hitze und die Trockenheit das Wachstum kräftig eingebremst. Sogar Pflanzenschutzbehandlungen sind zur Zeit kein Thema. Bis zur Lese wird es wahrscheinlich nur noch ein oder zwei Spritzungen mit „Backpulver“ geben (gegen Schimmelpilze und damit auch Botytis).

Hinzu kommt, dass wir nicht nur im Rahmen des „Moselprojektes“ blühende Weinberge und Säume haben wachsen lassen, sondern auf allen unseren Flächen der natürlichen Begrünung freien Lauf gelassen haben. (Es wurde sogar noch nicht einmal gemäht. Dank der trockenen Hitze ist alles mittlerweile verwelkt und hat Samen gebildet).

Der Lohn für all diese Mühen sind Begegnungen mit Flora und Fauna unserer artenreichen Heimat, die so nur „live“ draußen im Wingert erlebbar sind. Daher als einfache Antwort auf die Frage aus der Überschrift hier einige Bilder, die uns Ökos die Weinbergsarbeit versüssen (oh, wie poetisch…  😉

Die Raupe des Taubenschwänzchens in voller Pracht
Schwalbenschwanzraupe in den „Wilde-Möhre-Wiesen“ in der „Böschung“
Rapsglanzkäfer (?) auf Fingerkraut
Mauerpfeffer-Kaskaden im Kirchberg
Glücksfoto – Segelfalterraupe auf Weichselkirsche

Um mehr Sonnenlicht aufnehmen zu können, ruht die Raupe in aufrechter Haltung. Rechts oben sieht man noch die kleinen Beinchen.

 

Eichenspinnerraupe im Jungstadium (?)
Eikokons der Zwerg-Kugelspinne

Diese schneeweißen Eikokons gehören zu den auffälligsten Kokons heimischer Spinnen und übertreffen die Erbauerin deutlich an Größe.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.