Wasser marsch!

Glasklar erzeugt der Pflanzensaft einen Lupeneffekt

Schon seit einigen Tagen, ob beim Rebschnitt oder bei den Biegearbeiten, können die Traubenhüter das „Bluten“ der Reben feststellen. An den frischen Schnittstellen tritt Wasser aus und im Gegenlicht kann man die glitzernden Tropfen sehr schön sehen. Dieser Wasseraustritt wird dabei nicht aktiv von der Rebe befördert, vielmehr ist es ein Zeichen, dass sich die Weinbergsböden langsam erwärmen und „Saft“ über die Wurzeln in die Leitbahnen drücken. An den Austrittsstellen haben diese Tropfen durchaus auch eine schützende Funktion, verhindern sie doch das Eindringen von Bakterien oder Pilzsporen.

Im letzten Jahrhundert hatten viele ältere Wingertsfrauen beim Binden und Biegen kleine Glasphiolen dabei, um dieses „Rebenblut“ aufzufangen. Hildegard von Bingen schrieb dieser Flüssigkeit heilende Wirkung z.B. bei Schuppenflechte zu. Wissenschaftlich kann das zwar nicht bestätigt werden, aber es passt doch sehr gut ins „allgemeine Weinmysterium“.

Selbstredend, dass in den richtig steilen Südlagen, wie dem Kirchberg, dieses Phänomen am ehesten und intensivsten beobachtet werden kann. Bemerkenswert früh zeigt sich die gesamte Natur in ihrer Entwicklung. Ausnahmsweise ist die vielfach trübe und regnerische Witterung dieser Tage ein glücklicher Umstand:  denn käme zu den sehr milden Temperaturen noch strahlender Sonnenschein hinzu  –  eine wahre Vegetationsexplosion wäre die Folge. Da bis Mitte Mai Spätfrost immer noch ein Thema ist…..wir wollen den Gedanken gar nicht zu Ende spinnen.

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