Und jetzt – das Wetter „Die Sache mit dem Omega“

In den letzten Tagen ist in den Wetternachrichten des öfteren von der sogenannten „Omega-Wetterlage“ die Rede. Damit gemeint ist ein kräftiges Hochdruckgebiet, das sich über Mitteleuropa gebildet hat und damit von Westen heran rauschende Tiefdruckgebiete auf eine nördliche Zugbahn um den Hochdruckblock zwingt. Der Verlauf dieser Zugbahn ähnelt auf den Wetterkarten dem griechischen Buchstaben Omega   Ω

„Omega“ lässt Bienen Honig sammeln! Die erste Biene des Jahres 2019 auf einem Winterling in unserem Vorgarten

Die Folge dieser Konstellation: da sich das Hoch im Uhrzeigersinn dreht, „schaufelt“ es sehr warme Luftmassen aus Südwesten zu uns. Andererseits befinden wir uns Mitte Februar immer noch im (Spät-)winter! In den klaren Nächten kühlt es recht kräftig ab und es wird teilweise richtig „schattig“ (bis -4°C). Die Feuchtigkeit der Südwestluft ergibt dann frühmorgens manchmal dicken und zähen Nebel. Die sogenannte „Inversion“ (warme Luft über bodennaher, weil schwererer Kaltluft) bringt dann in der Höhe auch nachts fette Plusgrade, während die sich in den Flusstälern erst nach Nebelauflösung bei strahlend blauem Himmel am Nachmittag einstellen.

Bestes Rebschnitt-Wetter! Im T-Shirt am 16. Februar

Beim Rebschnitt genießen die Traubenhüter natürlich diesen Vorfrühling. Am 16.2. wackelte sogar der erste große Tagfalter an der Wetterstation über uns hinweg (Ferndiagnose: Tagpfauenauge). Am selben Tag beobachteten wir zwei Kranichzüge Richtung Nordost (und das waren nicht die ersten in diesem Jahr!) und in Zeile 4 vom Weg aus, blühte doch tatsächlich schon Ehrenpreis!

Als Gesamtkontextbeobachter sieht Thomas das natürlich nicht ganz so positiv. Nicht nur, dass der Januar so garnicht „vor Kälte geknackt“ hat, wie wir uns das wünschen würden (obwohl – es ging noch), der Februar liegt nur deshalb, speziell bei uns in Hatzenport, bei den Durchschnittstemperaturen einigermaßen im Soll, weil wir diese bis 11 Uhr dauernden  Morgennebel haben, die uns bei der übermäßigen „Überhitzung“ einbremsen.

Bei aller Schönwettereuphorie gerät aber ein ganz wichtiges Detail vollkommen aus dem Sichtfeld – die anhaltende Trockenheit! Bei der Rundfrage unter den Moselaner Winzerkollegen war ich ganz erstaunt, dass z.B. in Leiwen im Dezember ´18 immerhin  125 l/m² gefallen sind. In Hatzenport gerade mal die Hälfte! Und die ersten beiden Monate 2019 weisen schon wieder ein dickes Niederschlagsdefizit aus (gut 40%). Durchdringende Winterfeuchte ist was anderes!

Bin ich eigentlich schon wieder am jammern?

Ein herrlicher Sonntag heute. Beim Spaziergang durch die Kreuzlay haben wir schon einiges „in den Startlöchern“ gesehen, aber Frühling ist noch nicht!

Saatmohn, Vogelwicke und Co. in Startposition!

Probieren geht über studieren

Nach diesem löblichen Motto bin ich schon im Studium vorgegangen – und es hat nicht geschadet!

Vielleicht hat sich ja auch Julia an ihre noch nicht sooo lange zurückliegende Studienzeit erinnert und die Idee der „Weinprobe rund um Burg Eltz“ initiiert. Tatsächlich haben sich innerhalb weniger Wochen elf Weingüter (4 aus Müden, 3 aus Moselkern, 3 aus Hatzenport und 1 aus Kattenes) zu einer echten Jungweinprobe zusammen getan und die Moselkerner Kirmes am Samstag Abend bereichert. Vom bereits gefüllten Rivaner bis zur edelsüssen, noch naturtrüben Auslese ging die Auswahl der 24 Weine.

Rund um Burg Eltz

In der nahezu voll besetzten Elztalhalle genossen die Weinfreunde diese in der Tat ungewöhnliche Probe, denn eine kreisübergreifende Zusammenarbeit hatte bisher noch keiner der Akteure auf der Agenda. In einer humorvollen und engagierten Moderation stellten die Winzer ihre Weine selbst vor und so gelang eine Weinleistungsschau der Superlative, die noch lange in Erinnerung bleibt (bis zur Fortsetzung im nächsten Jahr?). Selbstverständlich waren auch die Traubenhüter mit von der Partie und präsentierten, noch richtig jugendlich und kohlensäurebetont, einen trockenen und einen feinherben Qualitätswein und die Krönung unseres Weinjahres 2018, die edelsüsse Auslese.

Was auf jeden Fall über den, wie im Flug vergangenen, Abend bleibt, ist die gute und kollegiale Präsentation unserer regionalen Weine – in einer einzigartigen Landschaft erzeugt zur Freude aller Genießer!

 

Der (Blut-)mond ist aufgegangen

Live und in Farbe

Die Traubenhüter haben es wieder getan! In aller Herrgottsfrühe raus und bei „kuscheligen“  -10°C auf dem Kreuzlayberg den „Blutmond“, eine totale Mondfinsternis, beobachten. Dieses Phänomen zu bewundern hatten wir ja schon im letzten Juli das Vergnügen. Aber bei kalter, klarer Luft war es diesmal doch wesentlich eindrucksvoller.

Zwar befindet sich der Mond bei diesem Ereignis genau im Kernschatten der Erde, aber das Sonnenlicht wird seitlich an der Erdatmosphäre gebrochen und streut so rötliches Licht auf den Mond. Den martialischen Namen haben dann unsere Vorfahren geprägt.

Ein bisschen verschwommen, aber authentisch

Wenn man da so still auf der dunklen Feldflur steht, trotz des jungen Morgens Matthias Claudius`  „Abendlied“  im Sinn, die Eiseskälte einen wie mit frostigem Handschuh ins Gesicht packt, der Atem bei jedem Zug dicke Wolken formt und ein Sternenhimmel, relativ wenig von der Lichtverschmutzung beeinträchtigt, sich in seiner ganzen Unendlichkeit über einem wölbt  –  tja, da wird einem die eigene Rolle im Universum bewusst. Und man sieht  –  sie ist sehr, sehr klein, um nicht zu sagen unbedeutend.

Aber was rede ich – lege den Kopf in den Nacken, erkenne den mächtigen „GroßenWagen“ über mir und vorab, gegen Nordwesten, hängt die rote Scheibe des verfinsterten Vollmondes. Gänsehaut! Während Magdalena mit der Belichtungszeit der Kamera kämpft, denke ich daran, dass in diesem Jahr 50 Jahre „Mann im Mond“ gefeiert wird.

Und dann schießt noch lautlos eine Wahnsinns-Sternschnuppe von Nord nach Süd! Ich hab mir gleich den Weltfrieden gewünscht  –  aber was man sich wünscht, darf man ja nicht laut sagen  –  jetzt wisst ihr´s: Ich hab´s vermasselt!

Blutmondbedingungen gibt´s übrigens für uns erst wieder an Silvester 2028. Wir bereuen jedenfalls nicht, uns ein paar Stunden Schlaf für dieses Naturerlebnis „abgeknapst“ zu haben.

Vollmond

Abendlied

Der Mond ist aufgegangen,
die goldnen Sternlein prangen
am Himmel hell und klar;
der Wald steht schwarz und schweiget,
und aus den Wiesen steiget
der weiße Nebel wunderbar.

Wie ist die Welt so stille
und in der Dämmrung Hülle
so traulich und so hold,
als eine stille Kammer,
wo ihr des Tages Jammer
verschlafen und vergessen sollt!

Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen,
und ist doch rund und schön!
So sind wohl manche Sachen,
die wir getrost verlachen,
weil unsre Augen sie nicht sehen.

Wir stolze Menschenkinder
sind eitel arme Sünder
und wissen gar nicht viel;
wir spinnen Luftgespinste
und suchen viele Künste
und kommen weiter von dem Ziel.

Gott, laß dein Heil uns schauen,
auf nichts Vergänglichs trauen,
nicht Eitelkeit uns freun;
laß und einfältig werden
und vor dir hier auf Erden
wie Kinder fromm und fröhlich sein!

Wollst endlich sonder Grämen
Aus dieser Welt uns nehmen
Durch einen sanften Tod!
Und, wenn du uns genommen,
Laß uns in Himmel kommen,
Du unser Herr und unser Gott!

So legt euch denn ihr Brüder
in Gottes Namen nieder.
Kalt ist der Abendhauch.
Verschon uns, Gott, mit Strafen
und laß uns ruhig schlafen
und unsern kranken Nachbarn auch.

Matthias Claudius

Wenn der Bauer hinter´m Ofen pennt…..

….der Winzer in den Weinberg rennt  –  um hier mal wieder das passende Zitat meines Landwirtkollegen Matthias H. anzubringen (diesmal als Überschrift).

Wir befinden uns in der Zeit des Hochwinters, auch wenn mir das nicht ganz so überzeugend aus den Tasten kommt. Tiefsttemperatur bisher: -2,3°Celsius am 3. Januar um 2.00 Uhr    Ausbaufähig, wie ich finde, aber immerhin schon eine Ecke kälter als die Tiefsttemperatur des gesamten Januars 2018: -1,8°C am 15. Januar 1.00 Uhr. Die Wetter-Auguren raunen, dass es ab kommendem Wochenende tatsächlich richtig frostig kommen könnte, aber die erfahrenen Meteorologen wissen es  –  alles was über die Drei-Tages-Prognose hinausgeht, ist „Kaffeesatzleserei“ und man kann auch würfeln. Nichtsdestotrotz würde es mich freuen, mal wieder einen Glühwein auf dem zugefrorenen Bahnhofstümpel zu schlürfen. Na, wann hatten wir zuletzt das Vergnügen? Richtig, am 12. Februar 2012 bei -13°C! Nur wenige Tage vorher, am 7.2. haben wir die seit Bestehen der Agrarwetterstation (2005) niedrigste Temperatur gemessen: -17,3°C!

Also, falls die Esel mal wieder Gelegenheit haben, auf´s Eis gehen zu können – der passende Blog ist heute schon versprochen.

Früher, sehr viel früher, war es so kalt um diese Zeit, dass sogar der Winzer hinter´m Ofen  –   nicht pennte, aber Weiden spleißte. Im Keller wurde fleissig Jungwein probiert und wenn´s einigermaßen temperaturmoderat war, ging´s an den Rebschnitt. Im Grunde praktizieren wir Traubenhüter diesen klassischen „Winterdreikampf“ ja immer noch, lediglich das Weiden spleißen wird durch „Strohballen schleppen“ ersetzt.

Was aber über all die Jahrhunderte Weinbau an der Mosel gleich geblieben ist: beim Rebschnitt ist die beste Zeit zum Sinnieren, Philosophieren, zur Ruhe kommen. Der Schnitt geht quasi intuitiv von der Hand und die Gedanken sind frei.

… und die Gedanken sind frei…

Geschätzte 80% aller Winzer bezeichnen den Rebschnitt als ihre liebste Tätigkeit und das hat tatsächlich mit dieser Reduktion auf sich selbst zu tun. Wird der Drang zur Kommunikation dann doch mal groß, bleiben einem immer noch die hölzernen Zuhörer. Unvergessen die Worte von Senior Felix (auch so ein Rebschnittfanatiker) zu seinen Schützlingen, wenn er an einem Stock mit vier oder fünf „guten Trieben“ auf zwei reduzieren musste: „Dot ma leid, Hansi, owa dau mooss fott!“  (..und die Reben hießen alle „Hansi“!).

In der Natur ist zur Zeit wirklich einigermaßen Ruhe eingekehrt und das ist wichtig. Nach dem trockenstressigen Jahr ist „Urlaub“ das Gebot der Stunde für die gesamte Vegetation. Ausnahmen bestätigen die Regel: Nieswurz und Christrose bestätigen ihren Ruf als Frühblüher auch dieses Jahr.

Und bei uns hier an der Terrassenmosel fehlt nach nur fast wüstenhaften 420 l/m² Gesamtniederschlag (Durchschnitt der Sonneninsel Ibiza!) in 2018 echt noch eine Menge Wasser. Es muss ja nicht gleich Hochwasser sein.

Metamorphose

Der letzte Lesetag liegt nun auch schon wieder zweieinhalb Monate zurück. Was macht eigentlich der `18er?

Spiegel-Kabinett

Na, er kriegt fast täglich Besuch vom Traubenhüter! Ganz gemächlich und unspektakulär verlief bei fast allen Mosten die Gärung. Wie im letzten Jahr setzte sie spontan ein und mittels Überimpfung (das Verteilen von einigen Litern gärendem Most auf nachfolgende Partien) haben wir den neuen Jahrgang „auf Trab“ gebracht.  Mit Hilfe  der Kühlung gelang bei den dafür vorgesehenen Weinen aus dem Kirchberg ein problemloser Stopp. Jetzt liegen alle auf der Hefe und ruhen sich aus. Natürlich gibt es auch einen „Ausreißer“  –  na, wer wohl?  –  eins von zwei Fudern „Bischofstein“. Das lässt sich einfach nicht beirren und gärt unverdrossen, aber sehr langsam vor sich hin.

So eine alkoholische Gärung hat schon etwas Mysteriöses, Geheimnisvolles. Im überschaubaren Maßstab des Traubenhüter-Pfarrhauskellers ist das sicherlich noch unmittelbarer spürbar, als in einer großen, mit zig-tausend-Liter-Tanks gespickten Riesenhalle. Um diesen Mythos zu bewahren, greifen wir nur ganz behutsam in die Abläufe ein und nehmen das an, was letztlich den abfüllbereiten Wein ausmacht.

Aus diesem respektvollen Blickwinkel betrachtet erschließt sich dann auch die anfangs vielleicht irritierende Überschrift: Metamorphose heißt Verwandlung. Die bekannteste und überwältigenste Metamorphose ist die von der Raupe zum Schmetterling  –  wer würde bestreiten, dass die Verwandlung von der Traube über den Most zum Wein dem mindestens ebenbürtig ist?

 

Winterwunderland

Es hat geschneit!

Weiße Weite

In diesem heißen, trockenen, verrückten Wetterjahr 2018 ohne Frühling, mit Schwitz-Herbst und Niedrigwasser ist es ja tatsächlich erwähnenswert, wenn sich die Wetterchoreographie mal an das Normale hält  –  Schnee im Winter!

Magdalena hat sich am 3. Advent früh aufgemacht, um die Faszination der weißen Pracht zu erspüren. Schneelandschaften haben etwas ungemein Beruhigendes:

Die andere Dimension – Schnee

die Mosel liegt dunkel und unbeweglich in ihrem Bett, der Lärm der wenigen Autos, die unterwegs sind, scheint vom Schnee verschluckt zu werden und ein bißchen entsteht der Eindruck, als drehe sich die Welt ein wenig langsamer. Ein im wahrsten Sinne des Wortes Winterwunderland!

Ob der Blick über die weiße Weite oder die Schlehen- und Weißdornfarbtupfer mit Schneemütze  –  eine komplett verwandelte Landschaft.

Sie haben diese Nacht, alle friedlich zu gebracht!

Und erstaunlich, was da am frühen Wintersonntagmorgen schon alles unterwegs ist. An den Spuren im Schnee sind Hase, Reh, Fuchs und Maus recht gut zu identifizieren.

Ein mehr als seltener Gast ließ sich auch durch´s Fotoshooting nicht beirren: ein Fasan!

Kletterpfad Rabenlay Attention! Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich.

An den markanten „Fuss“-abdrücken im Schnee ließ sich sogar die „Reiseroute“ des Hühnervogels rekonstruieren:

vom letzten Teil des Klettersteigs, über´s Rabenlay-Plateau bis zur Ruhebank am Löfer Bergweg muss das schöne Tier auf Nahrungssuche gewandert sein. Hoffentlich war´s kein Einzeltier. Und wir alle kennen ja das Sprichwort: „Ein Fasan macht noch keinen Winter.“ (Mein Gott, was für ein Flachwitz….)

Erd-Sterne zu Weihnachten

Es gibt wohl niemanden, der beim Blick in einen nachtschwarzen, aber mit Sternen übersäten Himmel nicht fasziniert ist. Ziemlich unerreichbar für uns, in unzählbarer Vielfalt in Sternenbilder eingebunden. Und jeder einzelne Stern birgt das Geheimnis von der Entstehung und des Daseins- dabei muss man für schöne Sterne gar nicht so weit in die Ferne blicken. Mitunter spriessen sie direkt neben unseren Wanderschuhen.

Wie viel Freuden werden zertreten,
weil die Menschen meist nur in die Höhe gucken und,
was zu ihren Füßen liegt,
nicht achten.
                                              Johann Wolfgang von Goethe

Was Magdalena da auf dem Laysteig fotografiert hat, sind sogenannte Erdsterne. Es sind kurioserweise Pilze, die es warm und trocken lieben, da sie ursprünglich in östlichen Steppengebieten zuhause sind (und so passen sie gut in die Gesellschaft anderer, seltener Steppenabkömmlinge wie Federgras, Goldaster und Co.).

Die Sporen dieser Pilze reifen im Innern des Fruchtkörpers. Dieser liegt zunächst unter der Erdoberfläche. Erst bei der Reife der Sporen reißt die Hülle mit 6-8 nach unten umgerollten Lappen sternförmig auf und drückt den Fruchtkörper aus dem Boden. An der Spitze der Innenhülle liegt eine Öffnung, aus der bei Wind die Sporen wie eine Rauchwolke entweichen.

Wo kommst du her?
Was birgst du in dir?

Diese Winzlinge üben auf uns ebenso eine Faszination aus und bergen Geheimnisse und Fragen.

Wir Menschen werden wohl nie alle Vorgänge restlos entschlüsseln!

 

 

Wahrscheinlich ist damit das Geheimnis von Weihnachten beschrieben. – Glück empfinden und gespannt sein, weil vieles um uns herum nicht zu erklären ist.

 

Wir wünschen all unseren Kunden und Lesern des Blogs,

Frohe Weihnachten             im Kreise Ihrer Lieben   
                                           und  
alles Gute für das Jahr                                  2019

……natürlich beim Genießen der Geheimnisse unserer Weine 🙂

Morning has broken

Einen der ersten Frostmorgen dieses Herbstes haben die Traubenhüter vor zwei Wochen für ein besonders eindrucksvolles Naturerlebnis genutzt. Noch vor der Dämmerung haben wir unseren inneren Schweinehund überwunden, der doch tatsächlich ein langes Ausschlafen geplant hatte und uns zur Kreuzlay aufgemacht. Wenn man bedenkt, dass es Sonnenaufgänge  jeden Tag gibt, ist es umso unverständlicher, warum man nicht öfter dieses grandiose Schauspiel beobachtet.

Vorglühen

Im Tal ist es noch still, die Luft ist klar und kalt und minütlich verändern sich die Farben am südöstlichen Horizont. Zwischendurch wabern aus dem Ehrenburger Tal feinste Nebelschwaden, ziehen in halber Hanghöhe moselaufwärts, verwirbeln lautlos vor der Siebenuhrlay und lösen sich dann wie von Zauberhand auf.

Über´m Fahrbüsch steht wie ein Diamant die Venus, die jetzt, Mitte November, ab vier Uhr früh den Blickfang im Sternenhimmel darstellt. In Blickrichtung Kröpplingen beginnt sich derweil der Himmel von zartrosa über blaugelb bis orange zu verfärben und

Durchbruch

hinter den Bäumen am Horizont blitzt die Sonne wie ein glühender Ball auf. Das ist wirklich grandioses Open Air Kino!

 

Noch bevor die Flammenkugel uns, trotz der Frosttemperaturen, die wärmenden Strahlen über´s Gesicht streichelt, ist Richtung Burg Bischofstein schon das obere Drittel des Waldes beleuchtet.

 

Spot an!

Auch knapp über die Johanneskirche hinweg, lässt die Sonne wie ein Studioscheinwerfer einen blassorangenen Fingerzeig gleiten.

Ich kann euch sagen, dass wir ordentlich durchgefroren waren, aber es war nicht der letzte Sonnenaufgang, den wir uns in diesem Jahr „gegönnt“ haben!

Übrigens – zur Nachahmung empfohlen..

Amsel, Drossel, Fink und ?

Was war da draußen los am vorletzten Samstag gegen 10 Uhr? Im Hartriegel vor unserem Wohnzimmerfenster rangelten an die 50 Piepmätze um die vollreifen Beeren. Es dauerte tatsächlich eine Weile, bis einige wenige „Wuseler“ soviel Ruhe hielten, dass ich sie als Stare identifizieren konnte.

Stare! Kein Zweifel – Im Schlichtkleid (ab Herbst) mit weißen Tupfen übersät.

Und dann fiel mein Blick auf die fünf Stromleitungen zwischen unserem und dem Nachbarhaus  –  Hitchcock´s  „Vögel“  waren nix dagegen! Mit geschultem „Kranich-Überschlagszählung-Blick“ schätzte ich, dass da locker 400 Stare dicht an dicht aufgereiht die Drähte durchbogen. In dieser Art habe ich das zum ersten Mal gesehen und ein bißchen gruselig war´s auch.

Schaurig schön!

Wegen der Trauben und den Hütern werden die Stare wohl keine Freunde mehr von mir, aber mit diesem Massenauflauf haben sie mich doch ganz schön beeindruckt.

Und zu guter Letzt:  der Star ist „Vogel des Jahres 2018“  –  so hat er sich noch einmal nachhaltig in dieser „Funktion“ in Erinnerung gebracht!

„Gut Wein will Weile haben“ oder Riesling 2017 ist vollendet

Erinnerung an 2017

Es erscheint etwas widersprüchlich, jetzt, wo der neue Jahrgang in den Tanks liegt, den vergangenen Jahrgang in den Fokus zu rücken. Im Grunde ist es aber, der Traubenhüter-Philosophie folgend, nur logisch. In unserer schnelllebigen Zeit, in der alles jetzt und gleich sofort sein muss, ist es geradezu wohltuend, sich nun den Weinen zu widmen, deren Entstehung bereits mit den ersten Rebschnitten im Dezember 2016 begonnen und bis zu Füllung und Angebot in der Weinliste gut 21 Monate gedauert hat.

Rebschnitt in den Wintermonaten

 

Der Übergang vom Geschein zur Traube – die Traubenblüte im Juni

Nach (damals) historisch früher Traubenlese und viel Umsorgung der durch Spätfrost im April `17 in der Menge ordentlich reduzierten, flüssigen Schätze, haben wir den 2017er Riesling Mitte Juli 2018 gefüllt.

Wertvolle Fracht – Zwischenziel Anfang Oktober erreicht

 

Keltern und eine gute Lebenswelt für die Gärung schaffen
Letzter Check vor der Füllung
„Flüssiger Schatz“ oder „Gute Aussichten“
Sehnsuchtvolles Warten

 

Die Vollendung

Fünf Individualisten haben Quartier in unserem Flaschenlager bezogen: aus jeder der drei Weinbergslagen eine trockene Variante und aus unseren Parzellen im Kirchberg noch einen Riesling halbtrocken, sowie als Krönung eine edelsüsse Auslese. Von der feinwürzigen Süsse dieses Weines überwältigt, haben wir uns zur Verwendung des Prädikates entschlossen.

Fünf Individualisten bereiten Ihnen Gaumenfreude
Burg Bischofstein      trocken mineralisch-leicht
Kirchberg                     trocken kräftig und schieferbetont
Stolzenberg                 trocken vollmundig mit einer cremigen Note
Kirchberg             halbtrocken fein ausbalanciertes Süße-Säurespiel
Kirchberg  Auslese   edelsüss feinfruchtig                                                             hat sich das Prädikat Auslese wahrhaft verdient

Wie bereits seit unserem „Start up“ in 2015 haben wir auf Chaptalisierung verzichtet, sodass die trockenen Rieslinge in guter Moseltradition mit moderaten 11,5 – 12 Volumenprozent vorhandenem Alkohol aufwarten. Trinkgenuß pur!

Durch den geringen Hektatertrag von lediglich 35 hl, überzeugen die Weine durch ein ausgesprochen intensives Mundgefühl.

Wir haben die Weinpreisliste aktualisiert, sodass alle Weinfreunde derzeit unter neun individuellen Traubenhüter-Rieslingen auswählen können. Bestellen Sie ganz bequem über unsere Preisliste. Diese können Sie unter der Rubrick „Der Weg der Traube – Unsere Weine  oder  – Preisliste“ anfordern.  Nun heißt es also: Goldenen Oktober genießen und in flüssigen 2017er Erinnerungen schwelgen!