Grüne Glöckchen im Winter

In voller Blüte

Es ist nur ein Gerücht, dass man im Winter so ganz ohne Blühpflanzen auskommen muss. Gerade in unseren Breiten, wo die „kalte“ Jahreszeit oftmals (so auch dieses Jahr wieder) mit lauen Lüftchen daher kommt, ist auch im Dezember/Januar die ein oder andere Blüte zu entdecken. Ein ganz besonderer Vertreter ist die Stinkende Nieswurz, die alle Aufmerksamkeit auf sich zieht. Der Name bezieht sich zum einen auf die etwas unangenehm riechenden Blüten und zum zweiten auf die Reizwirkung  auf die Schleimhäute.

Mehrjährige Laubblätter

Das kräftige Grün der Nieswurz ist auf den Flächen um die Wingerte leicht zu erspähen, da vieles andere, bis auf Moose und Farne, zu einem gleichmäßigen Graubraun verblasst ist.

Ein schönes Exemplar – die Stinkende Nieswurz

Die Pflanze schiebt zusätzlich zu den mehrjährigen dunkelgrünen Laubblättern ab November einen blassgrünen, verzweigten Stängel, an dessen Enden sich grüne, glockige, nickende Blüten bilden. An der Stinkenden Nieswurz kann man sehr schön den fließenden Übergang in der Blattausgestaltung von Laub- über Hoch- bis hin zu Blütenblättern erkennen. Manche Botaniker nehmen sie zum Beweis für die Behauptung, dass sich die Blütenblätter aus den Laubblättern entwickelt haben.

Winterliches Farbenspiel

Die einzige kräftige  Farbe zeigt sich am Blütenrand, der mit einem kräftigen Dunkelrot gesäumt wird.

 

Zur Verbreitung ihrer Art spannt die Nieswurz gerne Ameisen mit an: an ihren Samen angehängt befindet sich ein kleines, goldgelbes  „Anhängsel“, das Zucker, Fett und Vitamin C enthält. Die Ameisen schleppen alles in den Bau, schnappen sich die wertvolle Nahrung und entsorgen den Samen in näherer und weiterer Umgebung rund um ihren Hügel.

Wer diese Blühgeschichte irgendwo schon mal gehört hat  –  richtig: ganz eng verwandt mit der Stinkenden Nieswurz ist der Schwarze Nieswurz, besser bekannt als „Christrose“, die in den Alpen ihren Verbreitungsraum hat. Beide „Geschwister“ sind  geschützt!

Christrose in voller Blüte am 31. Dezember 2017

Magdalena hat heute beide Vertreter fotografisch „eingefangen“.

An der Schwelle zum neuen Jahr wünschen die Traubenhüter allen unseren Weinkunden, Bekannten und Naturliebhabern beste Gesundheit, Frieden und Zufriedenheit in einem glücklichen 2018!

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